The backlash against women is in full swing
Gerade hat uns auch Gucci (wieder) gezeigt wie Frau auszusehen hat.
Die erste Show des georgischen Designers Demna Gvasaglia – er nennt sich seit kurzem nur mehr Demna – für Gucci hat mich erst sprachlos, dann ärgerlich gemacht. 2026 eine solche Show? Das sind seine Vorschläge, wie wir uns in einer zunehmend unsicheren und beängstigenden Welt bewegen sollen? In einer Welt, wo die Gewalt gegen Frauen auf allen Ebenen zunimmt?

Die Schauspielerin Demi Moore war nur eine der illustren Gäste. Herunterhungert, mit erstarrten Zügen, unsicher auf ihren High Heels, stakste sie im engem Lederanzug heran. Auf dem Laufsteg dann zaundürre Models auf Ultra-High-Heels – einige stolperten auch –, aufgeblähte männliche Muskeln unter hautengen Trikots, überschminkte, maskenhafte Gesichter, aufgespritzte Lippen, überwiegend Bodycon-Outfits. Die Vibe der Show lässt sich am besten beschreiben mit „Luxusnutte trifft auf Fitness gestählten Kleinganoven“. Es war kaum zu glauben.


Lange hat es gedauert, dass oversize für Frauen cool geworden ist und wir auch in flachen Schuhe bella figura machen. Was für eine Errungenschaft festen und sicheren Schritts durchs Leben zu gehen, tief und entspannt atmen zu können und dabei zeitgenössisch stylisch zu sein.
Nichts gegen Heels ab und an, nichts gegen Kleidung, die Figur zeigt. Aber Demnas Gucci war eine klare Ansage. Es sind Bilder, die im wahrsten Sinne des Wortes einen engen Ausschnitt des Blicks auf Frauen zeigen.

Die Attacken auf ein entspannteres und zeitgemäßes Frauen-/Menschenbild kommen von unterschiedlicher Seite, mal heftig, mal schleichend. Die plastisch-kosmetische Schönheitschirurgie ist mit ihren Skalpellen und Spritzen angerückt und macht uns in unheiliger Allianz mit Social Media weis, wie wir auszusehen haben. Die konstruierten, heute auch AI-generierten Schönheitsideale, werden nun direkt in unsere Gesichter und Körper hineingespritzt und operiert. Zumindest in diejenigen, die mitmachen oder glauben mitmachen zu müssen. Für die anderen erhöht sich das Stress-Level nicht zu entsprechen. Offensichtlich ist der Hass auf Frauen und der Selbsthass von Frauen so tief in unsere Gesellschaften eingeschrieben, dass er nicht nur nicht weggeht, sondern in immer neuen Spielarten daherkommt.

Ich schreibe hier nicht für „Müsli-Schick“ oder mahne „esoterisch-feministische“ Rückbesinnung an. Ich möchte auch nicht auf Mode und Kreativität und „Schönheit“ verzichten. Aber nicht so. Fairerweise sei gesagt, dass die meisten der eben in New York, London, Mailand und Paris gezeigten Kollektionen anders unterwegs sind. Vor allem die von Designerinnen. Vermutlich also wollte Demna provozieren und das angeschlagene Label – die Verkäufe von Gucci gingen nach Abgang des Designers Alessandro Michele massiv nach unten – wieder ins Gespräch bringen. Aber auf wessen Kosten?

Yours,
Susanne
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Frauen müssten nur NEIN sagen! Sich bewusst werden, dass sie nicht um jeden Preis (Mann) gefallen müssen. Ich fürchte, (u.a.) solange der Begriff FEMINISMUS auch für Frauen eine negative Besetzung hat und eben diese Frauen glauben selbstbestimmt zu sein, kann jegliche Industrie auch eigentlich völlig unattraktives und unsinniges an die Frau bringen. Männer nehmen sich was sie wollen (aktuell ungustiöse Beispiele sind Epstein, Trump,… ) und Frau liefert. Leider viel zu bereitwillig.
Liebe Susanne, dazu fällt mir nichts mehr ein😂. Ich bin da komplett deiner Meinung und 5€ pro Monat sind absolut fair für ein Abo. LG