New season, new styling tricks?
Und der Hack, der (für mich) immer funktioniert
Die Fashion Weeks sind in vollem Gange. NYFW ist bereits zu Ende, heute geht’s in London los, dann folgen Mailand und Paris. Das meiste spielt sich jenseits meines Budgets und auch jenseits meiner Bedürfnisse ab. Abgesehen davon, wird mir jedesmal etwas flau im Magen, wenn ich daran denke, wieviele neue Kleidungsstücke wieder auf den Markt kommen, wir haben ja schon sooo viele. Und wissen nicht wohin. Studien zufolge wird nur ein Bruchteil der Kleidung regelmäßig getragen; ca. 40% wird kaum oder nie getragen.
Die neuen Kollektionen jedoch sind ein Gradmesser, wohin es geht, wie uns Designer*innen kleiden möchten. Der ein und die andere denkt ja auch bereits ernsthaft über nachhaltigere Möglichkeiten Mode zu machen nach – Gabriela Hearst zum Beispiel oder Collina Strada und Stella McCartney. Auch Styling-Inspirationen gibt es natürlich.
Das Internet, die Socials sind voll mit Styling-Tipps, Hacks und Tricks – mich überfordert das meistens. Wir sind übersättigt mit Dingen und versinken in Bildern. Bei all dem Lärm da draussen ist die eigene, meist leise Stimme gar nicht mehr zu hören. Wie das Gute herausfiltern? Alles ausschalten? Ist eine Möglichkeit. Da ich euch jedoch hier nicht ganz alleine stehen lassen möchte, teile ich mit euch einige Tipps von zwei Fashion-Ladies, die ich schätze und stelle euch den Styling Hack vor, den ich anwende, wenn gar nichts zu funktionieren scheint.
Tuba Avalon hab ich euch schon im letzten NL vorgestellt. Hier spricht sie über 5 Styling-Tipps, die dabei unterstützen können, den persönlichen Stil zu verbessern/upzugraden: es geht um Form, Struktur, Textur, Silhouette und Qualität.
Jess Cartner-Morley, Fashion Expertin des Guardian gibt folgende Tipps für die kommende Saison. Sie ist immer down to earth, hat Humor und kann wirklich gut schreiben über Mode. Sie sagt u.a.: ,,To embrace the new season, focus on key trends like animal motifs, botanical prints, and structured jackets. Elevate your look by experimenting with accessories to make a personal statement, mastering the art of layering with versatile ponchos or blazers, and updating your basics with high-quality pieces. Consider incorporating the wrong shoe theory by pairing unexpected footwear with your outfits for a stylish twist.”
Zwischenfrage: Soll ich die englischen Zitate übersetzen? Nervt euch das, wenn original?

Was Jess Cartner Morley hier empfiehlt sind eigentlich Klassiker – Animal Prints sind hier forever, ebenso präzise geschnittene Blazer – kombiniert mit Style Hacks, die einen Look zeitgemäß machen. Layering zum Beispiel. Da sind die aktuellen Shows eine Fundgrube für gute Ideen. Zum Beispiel S 26 von Rachel Comey oder Men’s S 26 von Michael Rider für Celine, seine erste für die Brand. Überraschende Accessoires machen ein Basic Outfit im Handumdrehen flott: ich mag zum Beispiel Handschuhe und Mützen in kräftigen Farben.


Ich denke ehrlich gesagt kaum an Tipps/Regeln/Konzepte, wenn ich mich anziehe. Ich mache das sehr intuitiv, deswegen geht auch ab und an einiges schief bzw. fühlt sich manches nach Verlassen des Hauses nicht so gut an. Well, es gibt immer ein nächstes Mal. Wenn ich, bevor ich das Haus verlasse, schon nicht zufrieden bin, hilft mir eine Regel bzw. versuche ich mein Outfit dahingehend zu ,,richten”: Ober- und Unterteil sollen verschieden schwingen, unterschiedliche Vibes/Texturen/Statements haben. Zum Beispiel: Hose casual, Top mit Twist. Oder umgekehrt: elegante Hose, einfaches T-Shirt/Pullover. Lederhose und Spitzenbluse. Wollhose und Seidenbluse. Ihr versteht oder? Für mich ist das der einfachste und beste Styling Hack. Oft kommt das Unbehagen ja daher, dass ein Outfit zu flach ist, die Spannung fehlt. Also: oben und unten mit Kontrast. EASY!




Es geht also nicht darum, sich ständig neues zu kaufen, auch wenn eine neue Saison vor der Tür steht, sondern sich mehr mit dem ,,how” zu beschäftigen. Spannend ist wie unterschiedlich die Vorschläge der Designer*innen hier sind. Gleichzeitig fühlt sich in einer globalisierten Mode-Welt dann doch vieles recht gleichgeschaltet an. Sich das eigene, ganz persönliche ,,how” herauszuholen und umzusetzen, das ist die Herausforderung. Oder wie es die Stylistin Allison Bornstein kürzlich formulierte: ,,It’s not about buying more shit, it’s about learning more ideas.”
Wie macht ihr das? Habt ihr Hacks, die gut sind und für euch funktionieren? Folgt ihr Styling-Trends? Let me know!
Yours,
Susanne
Und für alle, die tiefer gehen möchten, nochmals Tuba Avalon über ,,How to have personal style and not be trendy”




Interessant finde ich auch die Herangehensweisen einerseits der japanischen Designer, mit ihren ausladenden Volumen, und andererseits den Anspruch, Kunst zu schaffen und damit auf Distanz zum reinen “Bekleiden” zu gehen eines Rick Owns.