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Ja genau - diese Spannung zwischen Individualität und Konformität, zwischen Ernst und Spiel bringst Du auf den Punkt:

„Mode vergeht, Stil bleibt.“(YSL): Vielleicht besteht wahre „Stilintelligenz“ nicht darin, sich permanent von allen anderen abzugrenzen, sondern darin, bewusst zu wählen, welche Normen wir annehmen und welche wir ironisch brechen?

Foucaults Gedanke der „Beziehung der Differenzierung“ verstehe ich hier so: Wir tragen unsere Veränderung nicht nur im Herzen oder im Kopf, sondern auch auf der Haut – in Farben, Schnitten, Mustern. Ist das nicht wie ein stilles Tagebuch, das jeder sehen kann, aber nicht jeder lesen wird.

Vielleicht ist „individuelle Konformität“ also kein Widerspruch, sondern eine Art gesellschaftliches Kostümspiel? Wir erfüllen genug Erwartungen, um uns verständlich zu machen – und weichen gerade so weit ab, dass wir uns selbst erkennen, um also nicht zu verschwinden?

Erinnert mich irgendwie an Jean Paul Gaultier: „Ich liebe die Regeln. Aber ich liebe es auch, sie zu brechen.“ Vielleicht ist Stil ja einfach das Ergebnis dieses Tanzes zwischen Anpassung und Regelbruch – und wer ihn mit Humor tanzt, hat schon gewonnen? Und genau da, im Humor und im kleinen Regelbruch, liegt da nicht die, unsere Freiheit?

Dir ein stil-volles Wochenende ;-)

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