Das gute alte Kostüm ist wieder da!
Seid ihr bereit?
Wer hätte das gedacht. Dass das Kostüm, aktueller klingt „Skirt Suit“, im großen Stil zurückkommt? Ausgelöst hat den Hype Matthieu Blazys „new Chanel“. Chanel gilt derzeit als das heißeste Label – auch was den Preis betrifft. Lange Schlangen haben sich vor den Chanel Shops in einigen Metropolen gebildet, als Blazys SS 26 Kollektion in die Geschäfte kam.
Ein Chanel Kostüm steht seit Mädchentagen auf meinem Fashion-Wunschzettel. Kann sein, dass nie etwas daraus wird, kann aber sein, dass ich vielleicht doch mal Secondhand fündig werde. Bis Blazys Designs allerdings auf den Secondhand Markt kommen, wird es noch länger dauern.


Aber es muss ja kein Chanel Skirt Suit sein, um sich in ein Kostüm zu hüllen. Wobei ich sagen muss: die Grenze zwischen praktischem Office-Kostüm-Look und coolem Statement ist eine schwierige, weil eine hauchdünne.
Das Kostüm, lese ich nach, ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England entstanden; als praktische, maßgeschneiderte Straßenkleidung für Frauen. Schon bald jedoch ist es zum Standard-Outfit der berufstätigen Frau geworden. Damals durften sich Frauen vor allem als Sekretärinnen und Verkäuferinnen betätigen. Das Kostüm stand für Bequemlichkeit, Funktionalität und einen Hauch von Eleganz. Nach dem 2. Weltkrieg haben sich vor allem Christian Dior und Coco Chanel ums Kostüm bemüht, allerdings mit unterschiedlichen Botschaften. Dior eher mit zurück zu Eleganz und klassischem Frauenbild, Chanel stand für stilistische und gesellschaftliche Emanzipation. Der Power Suit der 1980er Jahre mit Schulterpolstern und maskulinerem Touch repräsentierte das Aufsteigen von Frauen in Führungspositionen. Und heute? Ein Klassiker. Aber meist werden Rock und Blazer dann doch separat getragen, will man im Zweiteiler nicht wie eine Stewardess aussehen. Bis Monsieur Blazy kam.

Für meinen zweimal im Jahr stattfindenden Pop-Up Secondhand Market – eine Charity, die Projekte in Uganda unterstützt – geben mir einige Secondhand Stores Stücke, die sie nicht verkaufen oder die Kund*innen spenden. Und da sind erstaunlicherweise dieses Mal einige Kostüme hereingeschwirrt. Offensichtlich ist noch nicht klar, dass das Kostüm ein Comeback feiert. Drei habe ich für diesen NL gestylt und fotografiert.


Am besten, denke ich, trägt sich der Skirt Suit dennoch getrennt. Sprich, die Jacke mit einem anderen Rock, der Rock mit einer anderen Jacke. Denn die Vibes der Office-Sirene oder Motten-Oma lauern hartnäckig hinter jedem Eck. Außer man bekommt seine Hände an eines von Blazys Kostümen.
Wird der Skirt Suit – vielleicht auch erst im Herbst – eure Kleiderschränke entern? Let me know. Ich für mich bin mir da noch nicht so sicher…
So long,
Susanne
Mit dem Pop-up Secondhand Market werden wie gesagt zwei Projekte in Kampala, Uganda unterstützt. Im Frühling die Abaliwo Hip-Hop Foundation, die mit Kindern arbeitet und im Herbst das Designfestival Kwetu Kwanza. Der nächste Market findet am 22. und 23. Mai im Werk 3 in Bozen statt. Ein Dank geht an Kleopatra, Klamotte, Secondhand Boutique Meran, Easyshop Tscherms und Best SecondHand Riffian. 🙏❤️





I love what you have done with the yellow suit! So refreshing 💛