Colour your Life
Über Farben und warum man das Thema entspannt angehen sollte.
Wie letzte Woche angekündigt, geht’s heute etwas tiefer hinein in das Thema Farben. Ich war Ende 20 als mir eine Freundin meiner Mutter eine kleine Farbpalette geschenkt hat. Sie machte gerade eine Ausbildung und hat mich farblich als Sommer klassifiziert. Seit damals weiß ich, dass es bei mir vor allem auf kalte Farben ankommt. Die Praxis hat das bestätigt. Bei kühlem Blau, Blau-Grau oder Lila leuchten Augen und Haut (ein wenig zumindest), ganz anders bei warmen Farben, vor allem Beige oder Gelb-Tönen. Wobei ich später gelernt habe, dass es von jeder Farbe auch kältere Varianten gibt.



Das heißt jedoch nicht, dass ich mit Farbpalette herumlaufe oder mich sklavisch danach richte. Vielleicht, weil ich mich ungern von zu engen Regeln einschränken lasse, aber auch weil zu viel (Farb-)Harmonie nicht meinem Stil entspricht. Ich finds langweilig. Allerdings achte ich schon darauf, dass in der Nähe des Gesichts nicht zu viel Wärme aufkommt. Ich bin 58, mich vorsätzlich 10 Jahre älter zu machen, muss nicht sein. Daher habe ich einige blaue Ohrringe und Tücher, die ich einsetzen kann, wenn ich die farbige Vielfalt meines Kleiderschranks trage.
Sogar einen Crashkurs in „Armocromia“ (Farbtypen) habe ich gemacht und mir auch die Stoffmuster besorgt, um Farbe in meine Stil-Coachings einbauen zu können – zumindest als Aspekt. Der klassische Zugang geht über die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das kennen die meisten. Jede Jahreszeit hat dann noch zwischen drei und vier Untergruppen, je nach Methode. Ein ziemlich langwieriges Verfahren, wenn man es genau macht. Dann gibt es eben die Methode der Farbtypen, der Farbqualitäten. Da geht es um Temperatur: kalt/warm, Helligkeit: hell/dunkel und Sättigung: klar/soft. Diese drei Charakteristiken werden ausgetestet. Eine Rolle dabei spielen Augenfarbe, die natürliche Haarfarbe und der Ton der Haut. Vor über einem Jahr habe ich mit der Südtiroler Farbberaterin Renate Senoner, sie ist auch ausgebildete Kosmetikerin und Masseurin, für meinen Slow Fashion Blog auf franzmagazine ein interessantes Interview geführt, ich habe es für diesen Newsletter etwas überarbeitet.
Renate, worauf schaust du bei einer Farbberatung?
Es ist immer eine Kombination. Wenn die Farben zu uns passen, bringen sie uns besser zur Geltung. Gefärbte Haare können das Ergebnis ein wenig verfälschen, daher werden sie abgedeckt, wenn wir die verschiedenen Farben mit Tüchern ausprobieren. Wenn ich die „richtigen“ Farben trage, kann das einen Make-up Effekt haben, man schaut beinahe geschminkt aus obwohl man es gar nicht ist. Der Hautunterton kommt erst mit den Tüchern zur Geltung, deshalb funktioniert online nicht so gut. Manchmal kommen ganz überraschende Ergebnisse heraus.
Spielt auch das Licht eine Rolle?
Um die Farben richtig zu sehen, braucht es Naturlicht oder entsprechende Kaltlicht-Lampen. Die meisten kennen das, man probiert ein Kleid in einem Geschäft und findet es stehe einem gut, geht man dann hinaus schaut es oft anders aus. Auch bei Make-up Produkten hat man dieses Problem.
Wie lässt sich dieses Wissen nutzen, ohne dass es zu einengend wird? Und was tun mit den Sachen im Schrank, die nicht den passenden Farben entsprechen?
Die Farbpalette, die wir erarbeiten, ist ein Rahmen aus dem man nur die Farben wählen sollte, die einem auch gefallen. Dann gibt es Tricks wie man die Farben verwenden kann, die vielleicht nicht in der Palette drin sind. Rund ums Gesicht sollte man passende Farben wählen, alles andere dann je nach Lust und Laune. Wenn man sich wohl fühlt passt es auch. Meistens ist es ja so, dass man bereits ein gutes Gefühl dafür hat, was einem steht. Jeder Farbe ist auch eine bestimmte Wirkung zugeordnet, gelb zum Beispiel gibt Energie, grün steht für Harmonie, dunkelblau für Seriosität, daher wird sie auch gerne für Arbeitskleidung verwendet, rot beschleunigt den Herzrhythmus und steht für Vitalität. Wenn man mehr darüber weiß, kann man das gut einsetzen und damit spielen. Oft hört man, Schönheit komme vor allem von innen. Ich denke, es ist eine Kombination. Man kann durchaus einiges von außen dazutun.
Sich mit seinen Farben zu beschäftigen ist in. Ist das nur ein Trend?
Ich glaube es ist mehr. Farben bewusst zu tragen verhilft zu mehr Selbstbewusstsein. Das beobachte ich immer wieder. Farben, die mich gut zur Geltung bringen, machen mich stärker. Aber es ist auch nachhaltiger. Weil ich weniger Kleidungsstücke kaufe, die nicht so gut zu mir passen. Denn oft bleiben diese Teile wenig oder gar nicht getragen im Schrank hängen. Und Sachen, die auch farblich zu mir passen, lassen sich viel leichter untereinander kombinieren. Ich brauche dann weniger Kleider.
Und man fällt vielleicht auch nicht auf jede Trendfarbe rein?
Ganz genau. Das wollen wir ja verhindern, sowohl aus finanziellen als auch aus Nachhaltigkeitsgründen.
Was tun bei gefärbten Haaren?
Wichtig ist, dass ich in meiner Farbqualität bleibe. Wenn mir kalte Farben stehen, sollte ich bei kühlen Tönen bleiben. Rot ist tendenziell warm, es gibt aber auch ein kaltes rot, ebenso bei blond.

Wie gesagt, ich gehe entspannt ran an das Thema. Zu experimentieren mit Farben finde ich interessant, ein zu harmonisches Farbspiel finde ich langweilig. Auch sollte uns die Beschäftigung mit „unseren“ Farben nicht dazu verleiten, den Kleiderschrank zu leeren und neu zu füllen. Nur weil die Farben nicht so ganz passen.
Und das ist laut der Expertin meine Farbpalette: cold/dark
Welche Rolle spielt Farbe für euch beim Anziehen? Let me know in the comments.
Bis nächste Woche,
Susanne
Wenn euch das Thema Farbe grundlegender interessiert, im Tipp eine Radiosendung, die ich letztes Jahr auf Ö1 gehört habe: Farbenspiele.








super, ich liebe auch Stahlblau! Vielen Dank fürs Erwähntwerden!
Mag deinen Schmuck sehr. Immer auch tolle Farben! 💙❤️🧡