Care for your garments
Wie gute Pflege das Leben unserer Kleidungsstücke verlängern kann.
Ich erzähle euch hier wirklich nichts Neues. Aber bin ich überzeugt davon, dass wir nicht oft genug darüber sprechen können. Das war auch das Anliegen hinter dem gleichnamigen Workshop im Rahmen unseres Festivals Fashion For Future. Wir hätten keine kompetentere Vortragende als Anne-Rose Klotz einladen können. Die Südtirolerin hat Bekleidungstechnik studiert, für unterschiedliche Labels gearbeitet und ist seit elf Jahren in unterschiedlichen Funktionen bei Boss tätig.
Ich habe einiges gelernt. Zum Beispiel, dass man den Reißverschluss einer Jeans immer zumachen soll, wenn sie gewaschen wird. Wusstet ihr das? Ich habe nun endlich verstanden, warum ab und zu kleine Löcher in meinen T-Shirts sind. Ich dachte an Materialermüdung, dabei kommt das von den Kanten des Reißverschlusses. Oder, dass Viskose, Modal, Lyocell und Cupro technisch unter die Chemiefasern fallen. Oder, dass Teile mit Druck und Stickereien immer umgekehrt gewaschen werden sollen.
Pflege ist die halbe Miete, wenn um die Langlebigkeit unserer Stücke geht. Und zwar aller Stücke. Egal, ob es sich um ein Teil von H&M oder ein besonders hochwertiges handelt. Alle verdienen die gleiche Pflege. Dass Kleidung heute mehr denn je zum Wegwerfprodukt geworden ist, ist leider eine traurige Tatsache. Kleidung gut zu pflegen ist wichtig und auch ein relativ einfacher Schritt, einen Beitrag zu leisten, dass sich hier etwas verändert.
Da die meisten nicht bei Anne-Roses Workshop waren, habe ich ihr für euch einige Fragen gestellt.
Anne-Rose, worauf sollten wir beim Kauf neuer Kleidungsstücke achten, wenn wir schon an die Pflege nachher denken?
Achtet auf die Waschsymbole und bevorzugt Haushaltswäsche, da die Pflege unkomplizierter und kostengünstiger ist. Das bedeutet nicht, dass der besondere Blazer, der mit professioneller Textilpflege ausgezeichnet ist, nicht gekauft werden soll, aber entscheidet euch bewusst dafür.
Welche Pflege-Tipps haben sich für dich als am hilfreichsten/erfolgreichsten herausgestellt?Weniger Waschen, glatt Aufhängen statt Bügeln, Wäsche sortiert aufhängen und beim Abnehmen direkt zusammenlegen, dann nimmt man die Kleider nicht 2x in die Hand. Lasst euch von euren Kindern helfen. 😀
Worauf sollten wir sonst noch achten?
Kauft bewusst – Kleidung, die ihr wirklich braucht. Gerne zitiere ich diese Fragen aus Orsola de Castros Buch Loved Clothes Last (S. 205 The Love Check).
□ What am I wearing right now?
□ Do I remember where I bought it?
□ Do I know who made it?
□ Do I know where it was made?
□ Did I check the label for this info before I bought it?
□ Do I love it enough to mend it or have it repaired if it breaks?
□ Have I, in fact, ever checked the labels inside?
□ Do I have any plans for it at end-of-life?
Und: Es muss nicht jede Saison eine komplett neue Garderobe sein.

Gibt es große Unterschiede deiner Meinung nach, wie Unternehmen mit dem Thema Pflege umgehen?
Ich bin sicher, dass es viele Labels gibt, die sehr sorgfältig mit der Kennzeichnung ihrer Textilien umgehen und die Prüfberichte ihrer Lieferanten für Stoffe, Futter und Zutaten auswerten und entsprechend auszeichnen. Auf der jeweiligen Homepage findet man Informationen zu Nachhaltigkeit und Strategie.
In diesem Sinne: Care for your garments! Anne-Rose kommt hoffentlich nächstes Jahr wieder zu unserem Festival. Wenn ja, kann ich euch ihren Workshop wärmstens empfehlen.
Take care, bis bald,
Susanne
Hier noch einige Links, die Anne-Rose empfiehlt: Clever care Info, Leder pflegen und den Insta Account Clothes Doctor London.






